Bühnenbild und Licht-Installation 2020































































































































Stück: „Rose und Regen, Schwert und Wunde (Ein Sommernachtstraum) von William Shakespeare, Eine Bearbeitung für fünf Schauspieler von Beat Fäh, Deutsch von Erich Fried“
Es spielten: Sonia Glade, Sophie-Marie Hertel, Kim Salmon, Maria Turskiy, Tobias Mayer, Patrick Vargas Rüger
Inszenierung: Lisa Wilfert, Isabella Hertel-Niemann
Bühnenbild und Freilicht-Installationen: Dominique Bräuer + Crew
Musikalische Arrangements: Simon Leisterer
Regie-Assistenz: Marlene Schmitzer
Mitarbeit: Jennifer Krebs, Tim Conitz, Jacqueline Biedermann
Technik: Joseph Naumann
Fotos: Dominique Bräuer, Tim Conitz
Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben GmbH & Co.KG, Berlin (www.felix-bloch-erben.de)
Im Rahmen des 11. KAOS-Kultursommers
„Satyr & Kröte – Phantasmagorie & Kreatürlichkeit“ – Installationen auf dem Außengelände der Wasserstraße 18
Im Rahmen des vom Kulturamt Leipzig geförderten Jugendkunstprojektes entstand im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 21.08.2020 ein Gesamtkunstwerk aus Installationen zur Weg- und Bühnengestaltung, die vom 21.08.2020 bis 30.09.2020 mit Beleuchtung zu den Veranstaltungen des KAOS-Kultursommers ausgestellt und auf der Bühne in Szene gesetzt und bespielt wurden. Ausgewählte Objekte schmückten anschließend noch das Außengelände und laden bis jetzt zum Mitmachen ein.
Am Projekt nahmen insgesamt 12 Jugendliche und junge Erwachsene (bis 25 J.) teil.
Der Titel des Projektes ist ein Titel Max Klingers, der den Symbolismus und sein Schaffen in zwei metaphorische Worte packt. Das Satyr steht für die Täuschung, den Rausch, die antike Mythologie, die Bühne und das Spiel; Die Kröte für die Kreatur in der Natur, die Wahrnehmung.
Innerhalb von fünf Monaten inklusive einer Coronapause von Mitte März bis Mitte Mai schufen die Jugendlichen Schwarz-Lichtgemälde, Holz-, Schmiede- und Lichtinstallationen auf dem Außengelände.
Die Gruppe beschäftigte sich intensiv mit dem Symbolismus und der Industriekultur der Jahrhundertwende, in dem am 07.03.2020 eingeleitet durch einen Vortrag von Dominique Bräuer eine museumspädagogische Führung des ersten Ausstellungstages der Max Klinger Ausstellung im Museum der bildenden Künste besucht wurde.
In einem eigens gebundenen Sinnes-Tagebuch wurden alle Erlebnisse, Ideen und Skizzen festgehalten. So beschäftigten sich die Jugendlichen zur Wahrnehmung über: einen Barfuß-Pfad, Bogenschießen (Armor-Motiv)(Koop. Spielmobil), Geräuschbild, Raumlauf und-tanz mit und ohne Rauschbrillen (Koop. Streetworker Leipzig West) und Yoga (Honorar Jacqueline Biedermann).
Mit den Rauschbrillen als Übergang zur Täuschung entstanden an einem Wochenende schließlich erste Produkte der Weginstallation: 6 Schwarzlicht-Gemälde (Acryl auf MDF 60x120cm) und 6 drehbare Installationen als u.a. doppelte Drehscheibe (optische Täuschung, 50x50cm).
Eine Mindmap wurde stetig von Termin zu Termin gemeinsam analog an der Wand weitergeführt. Auf dieser erschloss sich schnell, welches Thema eigentlich in den Installationen und vor allem der Bühne konkret realisiert werden sollte. Zu den Punkten „Symbolismus“, „Sommertheater“ gesellte sich „alter Jahrmarkt“, als Fluchtort, als eigentlicher Fantasie-, Traum- und Rauschort der Jahrhundertwende/Industrialisierung/Industrie und Fantasie. Die Bühne als Ziel (Ankommen zur Vorstellung) und Start (Verlassen der Vorstellung) sollte ein alter Jahrmarkt sein, der durch einen „magischen“ Weg, einen „Zauberwald“ hinführt und verlassen wird.
Nachdem das Theaterstück auf seine Emotionen untersucht wurde, war die Überlegung, welche Objekte symbolisieren Emotionen. In einem Experiment erstellte die Gruppe einen emotionalen Parkour. Hier stellten die Teilnehmenden fest, dass der Hau-den-Lukas für Wut stehen kann, eine Holländerscheibe für Schwindel und Verwirrtheit, eine Schaukel für hohe Gefühle, eine Zielscheibe für Machtlosigkeit, eine Geisterbahn für Angst und ein Spiegelkabinett für Täuschung stehen können.
Vom 03.08.-06.08.2020 wurde Stahl geschmiedet und diese abstrakten Formen an farbigen Holzstämmen mit Leuchtmitteln versehen. Am 17.8. enstanden die letzten Objekte vor der Installation aller; Große Fische aus Bast, Metallstäben, Draht, Frischhaltefolie und farbiger Scheinwerferfolie. Vom 18.08. – 21.08.2020 wurde bis zur letzten Sekunde vor der Vernissage 16.00 Uhr alle Objekte installiert, ausprobiert und repariert.
Während der Vernissage gab es zusätzlich ein Zelt mit einer Wahrsagerin und ein Zuckerwatte-Stand. Zur Premiere sahen alle Teilnehmenden das erste Mal ihre Arbeit mit Licht, Musik und Schauspiel zum Leben erweckt und anschließend den Zauberwald im Dunkeln leuchtend und beleuchtet. Alle Jugendlichen gingen euphorisiert, gestärkt und als Freunde aus dem Projekt. Sehr engagierte TN unterstützten den Auf- und Abbau der Lichtinstallationen zu jeder Veranstaltung des KAOS-Kultursommers und anschließend den Abbau des Bühnenbildes.
Insgesamt umfasste die Projektzeit mit den Teilnehmenden 120h an 32 Tagen.
Während des gesamten Projektes waren die Jugendlichen sehr interessiert und voller Ideen und die Anzahl und Qualität der Objekte ließ sich anfangs in seiner Komplexität gar nicht richtig greifen und war für die Jugendlichen aufgrund des freien Themas „Fantasie, Traum, Flucht, Magie, andere Welt, Rausch“ wahrscheinlich umso greifbarer.
Auch der Altersunterschied war kein Problem. Die Gruppe funktionierte sehr gut, dass die Älteren den Jüngeren halfen, sich ihren Ideen annehmen konnten und umgekehrt. Und auch in größter Hitze hatten alle ihren Spaß, spritzten sich mit dem Wasserschlauch ab oder aßen Eis.
Das Projekt kooperierte mit der KAOS-Kulturwerkstatt (Nutzung der Räumlichkeiten, Technik, LED-Installation Hau-den-Lukas mit Fachbereich Medien, Werbung Online; Webseite, Facebook), dem KAOS-Kultursommer (Nutzung Bühnen- und Weginstallationen, Printwerbung, Pressetext, Anteilige Einnahmen durch Eintrittsgelder, Nutzung Catering), dem Spielmobilprojekt der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. (Nutzung Spielgeräte, Workshop Bogenschießen) und den Streetworkern Leipziger Westen (Verleih Rauschbrillen, Hilfe bei Vandalismus).